Gewächsflächen im Hochgebirgsgarten Hemavan |
Gewächsflächen
16 und 17
Diese Flächen haben eine schattige Lage, auf denen die Schneeschmelze
und die Blütenzeit spät erfolgt. Auf der Fläche 17 gibt es
u.a. Felsenpflanzen wie Prachtsteinbrech, Fetthenne, Rosenwurz
und Felsen-Ehrenpreis, die hier mehrere Wochen später als
auf der Südseite des Kammes blühen. Die Fläche 17 war ursprünglich
Orchideen und Liliengewächse vorbehalten. Nachdem alle Orchideen
1992 landesweit unter Naturschutz gestellt wurden, wurde die
Orchideensammlung nicht mehr erweitert. Sie wird durch „natürliche
Abgänge" eingestellt und mit Pflanzen ersetzt, die an anderen
Stellen des Gartens zu früh blühen. Unmittelbar südlich der
Fläche 17 befindet sich ein Rastplatz mit Bänken und Tischen.
Von hieraus führt ein geschotterter Lehrpfad, der „Geologstigen",
quer über den Kamm hinunter zu den Sonnen beschienenen Gewächsflächen
der Westseite. Entlang des Pfades sind an etwa zehn Stellen
beschriftete Felsblöcke aufgestellt, die die gewöhnlichen
Gesteinsarten des Tärnafjälls repräsentieren.
Gewächsflächen 18-19
Auf den zwei südlichsten Flächen der Westseite gibt es eine
kleine Sammlung weithin bekannter alpiner Gewächse, u.a. dem
Edelweiß (18). Die Fläche 19 wird von einer üppigen und wunderbar
blau blühenden Pflanze beherrscht, die zu den seltensten in
Europa zählt. Sie trägt den Namen Wulfenie und befindet sich
an einer einzigen Stelle in den österreichischen Alpen. Darüber
hinaus kommt sie in einem weiteren isolierten Gebiet in den
Bergen von Albanien vor und gilt als Relikt aus der Tertiärzeit.
Gewächsfläche 20 Gymnadenia runei Hier trifft man auf
eine einheimische, ebenso seltene Art wie die Wulfenie, nämlich
die Gymnigritella runei. Diese neue Art wurde nach Erteilung
der Genehmigung gemeinsam mit ihren vermuteten Elternarten,
der Händelwurz aus Jämtland und dem Kohlrösschen auf die Fläche
20 gepflanzt. Die neue Art wurde vor mehr als 30 Jahren westlich
von Tängvattnet entdeckt und damals als Händelwurz betrachtet.
In den letzten Jahren haben österreichische Orchideenspezialisten
nachgewiesen, dass es sich um eine eigene Art handelt, die
sie unter dem Namen Gymnigritella runei führen (nach ihrem
Entdecker und dem Gründer des Hochgebirgsgartens Dozent Olof
Rune). Man meint, dass sie infolge einer Hybridisierung aus
Händelwurz und Kohlröschen entstanden ist.
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Außer
in Tärna ist die neue Art nur aus drei weiteren Räumen in den Nachbarkommunen
Vilhelmina und Sorsele bekannt. Im Gegensatz zur Wulfenie ist diese
lappländische endemische Pflanze anscheinend noch sehr jung, möglicherweise
weniger als Tausend Jahre.
Gewächsflächen 21-24
Auf den größten Flächen der Sonnenseite, 21-24, werden Südhanggewächse
aus Tärna und angrenzenden Teilen Norwegens präsentiert. Die Nähe
zum milderen Meeresklima in Norwegen ermöglicht südlichen Arten
wie der Breitblättrigen Glockenblume und dem wilden Majoran das
Überleben in der Südlage von Hemavan in einer Höhe von 600 m üNN.
Gewächsflächen 25-31
Hier werden die Arten nach ihren Familien präsentiert: Korbblütler,
Heidekraut- und Lippenblütengewächse, Röte- und Nachtkerzengewächse
sowie Hahnenfuß- und Rosengewächse.
Gewächsfläche 27
Diese mit Nachtkerzengewächsen bestandene Fläche wurde vollständig
von dem eleganten, in Skandinavien fehlenden, aber auf Island reichlich
vorkommenden Arktischen Weidenröschen erobert. Es ist auch als Nationalblume
Grönlands unter dem Namen „Niviarsiak" bekannt. Zwischen die Nachtkerzengewächse
drängt sich mittlerweile auch das vom Wuchs her etwas größere Johanniskraut.
Gewächsfläche 29
Unter den Kreuzblütlern auf der Fläche 29 müsste sich eigentlich
die seltene skandinavische endemische Draban cacuminum mit ihren
zahlreichen Blüten und reichlicher Samenproduktion bemerkbar machen.
Aber das Felsenblümchen scheint emigriert zu sein. Auch dieses ist
ein sog. alloploides Kreuzungsprodukt, das nach der Eiszeit entstanden
ist. Dasselbe gilt für die Primula scandinavica auf Fläche 24, auch
diese endemisch aus postglazialer Zeit, die durch eine Kreuzung
zwischen der Primula stricta (Fläche 1) und der Primula farinosa
mit einer gegenwärtigen Nordgrenze in Jämtland entstanden ist. Manche
Moorgewächse, z.B. das Karlszepter, fühlen sich auf der Fläche nicht
wohl; hingegen ist es auf dem angrenzenden Moor mannigfach vertreten.
nnnnÜbersetzung: Michael Meuser
2006.
Orkidékärret
Från "Johan Skyttes Lada" utgår en spångad led uppför sluttningen
till ett backkärr rikt på orkidéer. Doc. Olof Rune, 1995
Ur:
Fjällguiden - din guide i Tärnafjällen
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